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Was der Meister sagt … – W. Beyer – Kang Center Mitgliederblog

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Was der Meister sagt…

von W. Beyer

Jeder, der schon mal im Kang Center trainiert hat, kennt das: Nach einer dreiviertel Stunde intensiven Trainings, nachdem sich alle Muskeln durch Aufwärmen, Krafttraining, Hyong laufen und vielerlei mehr eher nach Brei als nach einem kontraktilen Organ anfühlen; wenn man in der 1,5ten Minute des Unterarmstützes ist – und plötzlich die fröhliche Stimme von Meister Kang erklingt: „Aufgeben ist keine Option, Unterarmstütz hat noch niemanden umgebracht“.

In einem Augenblick, in dem man das Gefühl hat, auseinander- oder einfach zusammenzubrechen, kann man mit solchen Worten nicht unbedingt etwas anfangen. Ich zumindest nicht. Zudem sind viele dieser Weisheiten so alltäglich, ja, fast schon abgedroschen, dass man – ich – oft gar nicht wirklich darüber nachdenkt. Jedenfalls nicht in einem Augenblick, in dem man versucht, das Atmen nicht zu vergessen.

Nun ist es aber eines meiner Hobbys, anderen beim Training zuzusehen. Es ist spannend, erheiternd (sorry!) und ist mitunter sehr lehrreich. Vor Kurzem machte eine Gruppe Liegestütze und nach Nr. 15 wollte ein Blaugurt aufhören. Meister Kang, genau vor ihm stehend, zählte jedoch ungerührt weiter. Jedes Mal, wenn der Blaugurt, aufhören wollte, forderte der Meister ihn auf, weiter zu machen. So stemmte sich der Blaugurt ein 20stes mal hoch, und ein 25stes mal. Und dann gaben seine Arme mitten im 27sten mal nach. Und Meister Kang lächelte zufrieden: „Darauf habe ich gewartet.“ Und an die Gruppe gewandt, fiel der Satz, „Wenn es nicht mehr geht, geht es nicht mehr. Wenn es geht, geht es“. – Wieder einer seiner Sprüche? Nein. Denn in genau diesem Moment umfasste der Satz alles, was Taekwon-Do uns lehren kann. Wir – ich – geben oft viel zu schnell auf, wenn wir an einen Engpass geraten. Doch wirkliche Größe und Stärke liegt – denke ich – tatsächlich im Durchhalten und bis zum tatsächlichen Ende zu gehen. Das eigene Potential erkennen, es wirklich ausschöpfen, und schließlich die eigenen Grenzen zu überwinden. Wie eben jener Blaugurt, der seine Leistung fast verdoppelte.

Ich für meinen Teil werde ein bisschen mehr über die Worte des Meisters nachdenken. Wie war das doch gleich, „erst denken, dann machen“, bzw. „ohne Kontakt ist wie mit Kontakt, nur ohne Kontakt“? – So banal manche dieser Sätze klingen mögen, es steckt doch auch Weisheit darin, man muss sie nur erkennen. Und manchmal dauert das eben ein bisschen länger.

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